Die Dunkle Erdhummel, laut brummend schon im Frühjahr unterwegs ...

- ein Beitrag von IGV-Vereinsmitglied Aggi Rosen -



Auf dem schwarzen Rumpf trägt sie eine ein Millimeter breite braungelbe Bauchbinde, und oft ist sie schon sehr früh im Jahr auf der Suche nach Nahrung und einem passenden Ort für ihr Erdnest unterwegs. Auf ihrem Speiseplan stehen Nektar und Pollen unterschiedlichster Pflanzen. Beim Pollensammeln wenden Hummeln einen Trick an – sie schütteln die begehrten Pollenkörnchen aus der Blüte heraus. Wie das geht? Sie verlangsamen ihren Flügelschlag und erzeugen damit eine Frequenz, die die Blüte erzittern lässt. Die Hummel wird von Kopf bis Fuß mit Pollen eingepudert – sie muss daher nicht wie andere brummende Flugobjekte mühsam die einzelnen Staubbeutel mit dem Pollen ernten.
 
Viele unserer Nutzpflanzen sind auf Bestäuber angewiesen, die auf der richtigen Frequenz brummen. Nachtschattengewächse wie Tomate, Kartoffel, Zucchini, Kürbis, Paprika und Aubergine aber auch Blaubeeren und Preiselbeeren lassen vorzugsweise vibrierende Hummeln an die nahrhaften Pollen heran. Erdhummeln werden daher auch in der Nahrungsmittelproduktion eingesetzt. Diese fleißigen Sammler arbeiten täglich von Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang z.B. in Gewächshäusern oder entsprechenden Gemüseplantagen und sorgen hiermit für unsere  Ernährungssicherheit – und das weltweit.
 
Das Gerücht, dass Hummeln gar nicht richtig fliegen können, weil ihre Flügel angeblich dazu zu klein wären, um den dicken Körper in die Luft zu heben, ist nur ein Gerücht …  Richtig ist, dass sie kleine Luftwirbel erzeugen, da die Hummel bis zu zweihundertmal in der Sekunde mit den Flügeln schlagt. Übersetzt heißt das, dass sie tornadoartige Wirbel damit erzeugt, die den Hummelkörper in die Höhe hebt. Sie fliegen also doch ….
 
Wie können wir ihnen in unseren Gärten helfen? Wilde Ecken mit einem vielfältigen Angebot an Blütenpflanzen werden gerne angekommen, auch sollten wir sandige Stellen (unbearbeitet und locker, damit sie hier ihre Erdnester graben können) anbieten oder Ecken mit Totholz … Hier richten die Sechsbeiner gerne ihre Kinderstuben ein. Ach ja, und verlassene Mäuselöcher werden auch gerne als Erdnester angenommen!

Quelle: Heinz Sielmann Stiftung. Einen Link zur Heinz Sielmann Stiftung (Erdhummel) finden Sie HIER.

Grafiken und Text: Aggi Rosen

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