Ein echter Glücksfall für Natur und Garten: Marienkäfer

- ein Beitrag von IGV-Vereinsmitglied Aggi Rosen -

Ein kleiner Held in der Tierwelt. Für den Erhalt in unserer Natur hat jede einzelne Art eine Aufgabe und somit eine wichtige Bedeutung für das gesamte Ökosystem. Die Größe spielt dabei nicht immer eine Rolle, wie uns diese hübschen Vielfraße beweisen.
 
Insgesamt gibt es in Deutschland 83 verschiedene Marienkäferarten. Sie haben größtenteils zwar eine ähnliche Figur, jedoch eine ganz andere Färbung. Ihre Grundfarben variieren zwischen rot, gelb, orange, braun oder ganz schwarz, wiederum betupft mit schwarzen, weißen, braunen oder orangen Punkten. Die meisten Arten haben ganz glatte, glänzende Flügeldecken, so dass ihre Farben schön leuchten. Andere, vorrangig die braun-schwarzen Arten, tragen einen dünnen Pelz. Den behaarten Arten begegnet man nicht sehr häufig. Sie sind meist sehr klein und verbergen sich zwischen Nadeln und Blättern. Dort jagen sie Blattläuse, wie die meisten Marienkäferarten.

Das Tomatenkostüm aus dritter Hand

Marienkäfer, die im knalligen Rot Aufsehen erregen wollen, stellen diese Farbe nicht selber her; dies ist mit dieser Leuchtkraft größtenteils nur Pflanzen und Pilzen vorbehalten. Glücklicherweise enthält ihre Lieblingsbeute, die Blattlaus, die begehrten Karotinoide. Die Blattläuse gehören zu den Tieren, die ausnahmsweise zur Herstellung dieses leuchtenden Farbstoffs fähig sind. Diese Fähigkeit haben sie vor Urzeiten geerbt, nicht von ihren Bildnachweis: R. HarmßenVerwandten, sondern durch einen außergewöhnlichen Gentransfer durch alle Stammbäume. So gelangte der Bauplan zur Herstellung von Karotin-Farbpigmenten 1:1 von Pilzen in ein Insekt, das Vorfahre der Blattläuse war. Marienkäfer, die sich von Blattläusen ernähren, brauchen nur noch die Pigmente aufzunehmen und in ihre Flügeldecken einzulagern. Dadurch haben manche Marienkäferarten denselben leuchtenden Farbteint wie eine reife Tomate.
 
Marienkäfer sind im Vergleich mit anderen Käfern sehr farbenfroh. Meist haben die Farben einen ökologischen Sinn. Die Fleckenkennzeichnung in Verbindung mit leuchtender Farbe ist ein geläufiges Signal zur Warnung für Gefährlichkeit. Im Falle der Marienkäfer ist das begründet durch Giftanteile im Körper. Werden junge Nestlinge von ihren Vogeleltern mit zu vielen Marienkäfern gefüttert, überleben sie das meist nicht.
 
Quelle: Heinz Sielmann Stiftung, Tier des Monats Februar 2021: Marienkäfer. Einen Link zur Heinz Sielmann Stiftung (Marienkäfer) finden Sie HIER. Rechts das Foto eines „Marienkäfer-Hauses“ in einem Garten in Venekoten.

Fotos, Grafiken und Text: Aggi Rosen

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